Legends of Eisenwald

Legends of Eisenwald is an original mix of RPG and strategy, with tactical turn based battles and a simple economic model. Rich possibilities of gameplay mechanics allow a player to feel being a hero of different stories ranging from treasure hunt to fighting for the throne.

Der Weg in den Eisenwald

Опубликовал admin в
Monday 21, May, 2012

Der Eisenwald findet sich auf keiner bekannten Karte.

Nicht weil er nicht existiert, sondern weil jene, die dort gewesen sind, seine Lage nicht aufzeichnen. Nie werden sie den einmal gefundenen Weg vergessen, und ist die Zeit gekommen ihn jemand anderem zu offenbaren, werden sie ihr Wissen teilen.

Riesig sind die Bäume in diesem Wald. Scharf wie Pfeilspitzen sind ihre Blätter, wie Morgensterne die Früchte und ihre Rinde umschließt die Stämme wie eine Rüstung. Der Wald funkelt und glänzt in der Sonne, ein unheimliches Scheppern und Klingen ertönt schon beim leisesten Windhauch. Fällt ein wilder Sturm einen Baum, zerbirst er mit ohrenbetäubendem Krachen. Ein metallisches Kreischen erfüllt die Luft, wenn der fallende Baum sich seinen Weg zum Waldboden bahnt.

Die Blätter aus Eisen rosten und fallen welk zu Boden, schwer ist das Erdreich von der ehernen Speise. Die Wurzeln der Bäume trinken gierig aus unterirdischen Quellen. Nicht Wasser fließt dort sondern flüssiges Gold.

Viele Wege winden sich durch den Eisenwald und zu jedem Ende der Welt führen sie. Ein Weg führt in Richtung des Throns, zum Tor ein anderer, zum Tempel ein dritter, ein vierter zum Schafott und viele der unzähligen Wege führen zum namenlosen Stein. Der längste der Wege aber ist der Weg zurück nach Hause.

Wer einmal den Eisenwald betreten hat, kehrt nie mehr als derselbe zurück, der er einst gewesen. Die Wege des Waldes sind gefährlich. Die Zweige peitschen den Reisenden mit ihren klingenscharfen Blättern und hinterlassen tiefe Narben auf seiner Haut. Hat jemand jedoch den Weg durch den Wald lebend überstanden, wird er hart wie Stahl – und ebenso kalt.

Riesig sind die Bäume in diesem Wald und menschliches Blut pulsiert unter ihrer Borke.

***

Aber keine Karte zeigt den Eisenwald. All dies sind nur Legenden und sie sind so weit von Deinem Leben entfernt wie sie nur sein können.
Du wurdest als viertes Kind des Johann Plate, einem reichen Grundbesitzer aus Wolmeck, geboren. Dein Schicksal war trotz Deiner gehobenen Geburt bisher arm an großen Ereignissen. Ruhige Jahre waren es, passend für einen Landmann, eine Qual jedoch für ein abenteuerlustiges Herz!

Unsere Geschichte beginnt mit einem Tod. Gustav Plate, der ältere Bruder Deines Vaters, verschied im Alter von sechsundfünfzig Jahren. Ein mächtiger Mann war er, doch grimmig und düster. Viel hat er erlebt, oft gesündigt und Großes erreicht. Was ihn wohl in der anderen Welt erwarten würde – niemand wagte dies zu sagen.
Gern feierte er Feste, sprach dem Wein zu und genoss die Annehmlichkeiten, die ein großes Vermögen bieten kann. Bei allem aber war er schweigsam, und schaute man ihm in die Augen, ruhten sie mit dem Gewicht eines Mühlsteins auf dem Betrachter. Diese Umstände und Gustavs zahlreiche Narben führten zu Witzeleien, er sei wohl im Eisenwald gewesen. Manchmal jedoch, in stürmischen Nächten beim schwachen Schein der Kerzen, erschien dies nicht mehr so abwegig…

Unsere Geschichte beginnt mit einem Tod, aber weitere werden folgen.

Gustavs Testament wurde geöffnet und sein Besitz aufgeteilt wie er es bestimmt hatte. Schloss “Felsen“ mit den anliegenden Dörfern ging in den Besitz Deines ältesten Bruders. Andere Verwandte erhielten das Anwesen Ludahof, die umliegenden Ländereien sowie ein Vermögen von einigen tausend Gulden.
Dein Erbteil bestand aus einem einfachen Schwert und einem kleinen Holzkästchen. In diesem fanden sich zwei Gegenstände.

Der erste war ein metallenes Eichenblatt in Form und Größe einem echten ähnlich. Auf den ersten Blick schien es sich um ein Schmuckstück zu handeln, bei näherer Betrachtung erkanntest Du jedoch, dass es sich bei dem Metall nicht um Silber sondern lediglich um Eisen handelte.
Dann verursachte eine ungeschickte Berührung des Blattes einen tiefen Schnitt in Deiner Hand! Es war nur ein Kratzer, aber wer würde ein Schmuckstück anfertigen, an dem man sich verletzen konnte? Neugierig betrachtetest Du das Blatt genauer. Seine Adern waren so fein ziseliert, das Spiel der Schattierungen so kunstvoll, dass es keinen Zweifel gab: dieses Blatt war nicht von Menschenhand erschaffen worden…

Der andere Gegenstand im Kästchen war eine Landkarte.